Das war der Kunst und Kultur-Weihnachtsmarkt Landstuhl 2016

Der Kunst und Kultur Weihnachtsmarkt (oder auch: St. Andreas Markt) in Landstuhl ist zu ende und ich möchte kurz festhalten was ich erlebt habe und wie meine Eindrücke waren.

Kurz vorweg: Es war mein letzter Weihnachtsmarkt, ich werde zukünftig an keinen mehr teilnehmen.

Das ist aber tatsächlich nicht die Schuld dieses Markts, sondern lediglich der Erfahrung geschuldet, das meine Artikel für das typische Weihnachtsmarkt-Publikum zu exotisch sind. Das ist völlig okay und ich weiß jetzt das ich meine Energie verstärkt in Conventions stecken werde, anstatt in Märkte. Genau dafür war dieses „Versuchsjahr“ gedacht und ich kann mit dem Ergebnis sehr gut leben. „No hard feelings“ 😉

Brechen wir es mal ein wenig herunter:

Location:

Dieses Jahr war ich in der Stadthalle untergebracht. Mein Ziel war zu testen ob das schlechte Ergebnis vom letzten Jahr wirklich nur dem Wetter geschuldet war (leider war dem nicht so). Die Halle liegt in der Nähe des Rathauses und ich konnte bequem auf dem Rathausparktplatz parken und meine Sachen zur Halle karren. Die Halle ist sehr schön, sehr hell, wirkte durch die Unterteilungen nicht all zu weitläufig und war allgemein „gemütlich“. Alle Marktstände waren schön dekoriert, das Ambiente war also super. Der Markt zog sich über zwei Stockwerke, leider hatte ich keine Zeit den zweiten Stock zu besuchen und weiß daher nicht wie hoch dort der Besucherandrang war.

Organisation:

Die Zusammenarbeit mit der Organisation lief wie Butter. Ich habe alle nötigen Papiere und Informationen weit im Vorfeld bekommen, was zu einem Reibungslosen Ablauf geführt hat. Vor Ort hat man mich sehr freundlich begrüßt und wenn mir etwas gefehlt hat (Stühle, Handfeger) hat man mir es an den Stand gebracht. Ich bin also was die Orga an geht sehr zufrieden.

Besucher:

Joah, hier liegt im großen und ganzen mein Problem. Das Durchschnittsalter der Besucher war eher…“hoch“ angesiedelt. Nur seehr wenig jüngere Leute haben sich in die Halle verirrt. Das führte dazu das ich nahezu all meine Waren erklären musste, oder die Leute mit einem flüchtigen Blick und „Kerzen“, oder „Seifen“ murmelnd, an meinem Stand vorbei gegangen sind.

Wie gesagt, darüber kann ich mich nicht beschweren, Märkte dieser Art sind nun mal einfach nicht das richtige Pflaster für mich. Doch sollte jemand etwas exotischere oder modernere Sachen verkaufen wollen, ist dieser Markt nicht der passende Rahmen dafür.

 

Meine Erfahrungen:

Trotz des wirklich katastrophalen Umsatzes, hat mir der Markt viel Spaß gemacht. Wie meistens, wegen meiner Standnachbarn, die links und rechts von mir waren. Alles unheimlich nette Leute mit denen ich mich sehr gut verstanden habe. Außerdem hatte ich Gelegenheit noch den einen oder anderen Kniff, bzw. die eine oder andere Quelle für Verpackungsmaterial auf zuschnappen. 😉

Ich bin gern auf Märkten, das Ambiente und die Stände waren wunderschön und im Café haben sie wirklich günstig einen verdammt guten Kaffee ausgeschenkt.

Die Auf- und Abbauzeiten waren human und jeder war sehr freundlich. Also sowohl an Besucher, als auch an andere Verkäufer, kann ich den Markt eigentlich weiterempfehlen.

 

Ein kleiner Wermutstropfen:

Aber eine Sache hätte ich dann doch zu beanstanden. Ich habe das ganze Wochenende darüber nachgedacht ob ich es ansprechen soll, aber ich denke es geht mir besser wenn ich es tue. Ich will niemandem an den Karren fahren, darum werde ich es tun ohne Namen oder Stand zu nennen, ich denke das kann man verschmerzen.

In den Bestimmungen des Marktes wird mehrmals (sehr rigoros) darauf hingewiesen das ausschließlich „Handgemachtes“ und keinerlei Handelsware angeboten werden darf.

Im Vorfeld hatte ich daher mit der Organisation telefoniert, da ich mir nicht sicher war ob ich meine Drucke und Schlüsselanhänger (da es sich um Reproduktionen meiner Werke handelt) überhaupt mitbringend darf. In den Bestimmungen stand das man, sollte man „verbotene“ Waren an seinem Stand haben, vor Ort des Marktes verwiesen werden kann, was ich natürlich vermeiden wollte.

Man teilte mir mit das Reproduktionen meiner Bilder, in jeder Form, nicht den Kriterien entsprächen um als „selbstgemacht“ zu gelten und daher nicht erlaubt seien.

Ich musste daher meine Drucke alle zu hause lassen und konnte nirgends wirklich darauf hinweisen, das ich eigentlich hauptsächlich Malerin bin, denn meine Originale haben sich nun mal alle im Sommer verkauft.

Vor Ort waren mehrere Stände mit Malerinnen und was lachte mir dann dort entgegen? Postkarten und Leinwanddrucke, die alle eindeutig als solche zu erkennen waren. Auf die Frage an die Künstlerin, ob sie denn keine Probleme damit bekäme, wurde mir geantwortet, das sie schon seit 4 Jahren mit diesem Angebot her käme und nie Probleme bekommen hätte.

Und das, liebe Orga, finde ich nicht okay.

Es hat mich, um ehrlich zu sein, sogar extrem geärgert, denn ich bin mir sicher, selbst wenn ich keine Drucke verkauft hätte, ich hätte super Werbung für mein Angebot machen und vielleicht ein paar Aufträge generieren können.

Aber ich war Neuling und dumm genug nach zu fragen. Darum musste ich mich an die Regeln halten, während man bei den „alt eingesessenen Hasen“ wirklich beide Augen zudrückt.

Wenn ihr Regeln aufstellt, dann sollten diese für alle gelten und nicht nur für die, die so dumm sind sich daran zu halten. Niemand kann mir erzählen das in 4 Jahren nicht aufgefallen ist das die Hälfte des Standes mit gedruckten Postkarten bestückt war.

Es tangiert mich eigentlich nicht mehr, denn ich werde nächstes Jahr nicht dabei sein, aber es ist unfair jedem modernen Künstler gegenüber, der bei euch Fuß fassen will, denn Drucke sind bei nahezu jedem mittlerweile ein fester Bestandteil des Einkommens.

Ich erwarte nicht wirklich das sich etwas ändert, aber wenigstens ansprechen wollte ich es dann doch.

 

Alles in allem war es ein schöner Markt, wenn auch für mich nicht sonderlich erfolgreich.

Vielleicht werde ich nächstes Jahr wieder dabei sein, dann aber als Besucher. 😉