Grundlagen: Fell zeichnen!

Hallo zusammen, das ist jetzt das Felltutorial auf das viele gewartet haben, ich fange heute mit vier Grundlagen an.

  • Referenzen
  • Fellrichtung
  • Felllänge
  • Technik

Bei „Technik“ werde ich euch an einem Beispiel zeigen wie ich Fell zeichne. 🙂

Noch kurz vorweg: Das sind alles meine Ansichten und Wege, ich lerne selbst noch jeden Tag dazu. Wenn euch meine Techniken oder „Regeln“ nicht gefallen: Dann lasst sie weg. 😉

Nehmt einfach mit was ihr gut findet und pfeift auf den Rest. Schließlich soll Zeichnen Spaß machen.

In diesem Sinne: Viel Spaß!

Übrigens: Das Tutorial findet ihr auf Youtube auch als Video! >>

Referenzen

Das ist eigentlich eher ein Ratschlag, und zwar: Sucht euch Referenzen. Es ist keine Schande sich Hilfe zu holen, niemand kann alle Tiere auf dieser Welt aus dem Kopf malen. Das funktioniert nicht. Ihr sollt oder müsst ja nichts abmalen. Gebt einfach bei googel das Tier ein das ihr malen wollt, nur damit  ihr sehen könnt: Wo ist das Fell lang, wo ist es kurz, ist das Fell borstig, struppig, seidig?
Das auf dem Kopf zu machen ist wirklich schwierig, darum schaut es euch ruhig an.

Fellrichtung

fellrichtungDas erste was ich euch zeigen möchte ist die Fellrichtung. Und zwar gibt es da zwei grundlegende Regeln.

1. Fell verläuft von der Nase zur Schwanzspitze.
2. Fell verläuft von der Körpermitte nach außen (zu den Zehen).

Das heißt: Auch wenn der Wolf auf euch zuspringt, das Fell zeigt trotzdem zu seinen Zehen hin. Und das Fell wird auch immer von der Nase weg wachsen.
Das gilt natürlich nicht nur für Wölfe, sondern für Tiere allgemein. Natürlich gibt es Ausnahmen, die gibt es immer, aber mit diesen Grundregeln liegt man, gerade als Anfänger, eigentlich nie wirklich falsch.

Felllänge

Wenn ihr Fell zeichnet dann überlegt euch: Wie stark ist es, oder wie fein?
Je nachdem zeichnet ihr es anders.

gesichtsfellBeim Gesichtsfell ist es so, dass das Fell meistens so fein ist, das man es, je nachdem wie weit weg das Tier ist, gar nicht zeichnet oder nur andeutet.
Bei einem Bild dieser Größe würde ich das Fell im Gesicht eigentlich maximal andeuten.
Da ich euch aber ein Beispiel geben will, zeichne ich es in diesem Fall ein.

Fell verläuft immer vom Auge weg und von der Nase weg zum Kopf hin.
In der Regel ist das Gesichtsfell sehr fein und kurz, daher macht ihr auch nur kleine, kurze Striche in eurer Fellrichtung. Schaut dazu am besten auf eure Referenz.

nackenfellKurzes Fell, wie z.B. Welpenfell, kann man mit kurzen, geraden Strichen darstellen.
Wenn ihr Outlines oder eine saubere Bleistiftzeichnung machen wollt, dann übertreibt es nicht mit den einzelnen Strichen, sondern nutzt sie um die Außenseite zu definieren, verzichtet aber innen auf zu viel Detail, sonst sieht der Welpe schnell aus wie ein Igel.
Und noch ein kurzer Tipp: Welpenfell, wie von Babykatzen z.B. hat immer wieder ein paar einzelne Haare die länger sind als der Rest. Das macht die Optik noch fluffiger. 🙂

 

 

wolffellBei langem Fell z.B. von einem Wolf, arbeiten wie eher mit Fellbüscheln als mit einzelnen Haaren. Achtet darauf die Haare hier nicht all zu gerade zu malen, wie ihr sehr haben meine Linien hier alle einen Schwung. Variiert dabei die Größe eurer Büschel und macht sie nicht zu gleichmäßig, damit der Wolf nicht am Schluss wie ein Tannenzapfen aussieht. 😉

 

 

 

haarHaar fällt in der Regel nach unten, allein durch seine Länge. Auch hier male ich eher Strähnen als einzelne Haare. Zu viele einzelne Haare lassen das ganze schnell strohig ausehen und sind noch dazu unnötig viel Arbeit.

 

 

 

 

Technik

Ich habe mir zum Zeichnen einen Tiger von Morguefile ausgesucht weil ich finde wir haben hier viele verschiedene Fellsorten. Einmal das kurze Gesichtsfell, den langen Backenbart, die Schnurrhaare und das Fell am Kinn.

Hier findet ihr das Referenzbild, falls ihr den Tiger selbst malen wollt: http://mrg.bz/cypBm3

tiger1Ich grundiere meine Zeichnung erst einmal mit den Grundfarben. Dabei bleibe ich so hell wie möglich, denn ich kann die Stellen später nur sehr schwer aufhellen. Ich lege nur eine leichte Schicht Farbstift auf das Papier und verblende sie dann mit Citrus Terpin und einem Pinsel.

 

 

 

 

tiger2Unten am Kinn fange ich mit kurzen, gerade Strichen an. Bei den Streifen versuche ich keine geraden Linien zu machen, sondern sie in Fellrichtug ausfransen zu lassen.

Bei unserem Backenbart male ich keine einzelnen Haare, sondern arbeite in Büscheln, die ich mit ihren Schatten auszuarbeiten versuche. Achtet dabei darauf dass ihr nicht heller werden könnt, fangt lieber zu hell an als zu dunkel und schaut auf eure Referenz.

 

 

tiger3Am Ohr haben wir jetzt viele kleine Fellbüschel die in Richtung des Betrachters zeigen. Daher können wir sie nicht spitz zulaufend malen wie die Büschel am Bart z.B. Statt dessen malen wir viele, kleine, dunkel umrandete „Flocken“.

Den hinteren Rand des Ohres habe ich ein klein wenig heller gemacht, da dort indirektes Licht hinfällt.

Fell in Ohren ist immer mühselig, aber die Arbeit lohnt sich und wertet das ganze Bild auf. 🙂

 

 

tiger4Im Gesicht arbeite ich nur mit vielen sehr kleinen, feinen Haaren und daher auch nur mit kurzen Strichen.
Um das Fell möglichst natürlich aussehen zu lassen benutze ich viele verschiedene Brauntöne, verzichte aber auf das „Kellogs Frosties-Tiger-Orange“. 😉 Bei den wenigsten Tigerbildern braucht man auch wirklich einen orangenen Stift.

Hier vorn an der Schnauze ist das Fell jetzt so kurz das ich es nur mit ein paar Punkten andeute, genauso an der Wange.

Ich gehe immer wieder mit den Stiften über die selben Stellen. Je weiter ich fortschreite um so spitzer muss der Stift sein, damit auch die Linien immer feiner werden.

 

tiger5Und zurück zum Backenbart: Wir malen die Schatten der Büschel, immer mit schön geschwungenen Linien. Denkt daran die Büschel am Ansatz etwas dunkler zu malen als an der Spitze.

Für Tigerstreifen noch ein kleiner Tipp: Wenn ihr an den Rändern der schwarzen Streifen mit dunklem braun entlang geht, dann sehen diese noch um einiges natürlicher aus.

 

 

 

tiger6Jetzt mache ich meine Kanten sauber. Dazu gehe ich mit einem gespitzen, grünen Stift, den ich auch für den Hintergrund verwendet habe, die Kanten entlang.

Wie ich den Hintergrund gemalt habe, habe ich auch Zeitgründen übersprungen.

Nun benutzte ich den grünen Stift um damit noch einmal in meine Schatten zu gehen. Dadurch wirken die Farben lebendiger und der Tiger wirkt mehr wie Teil des Bildes.
Mit einem gelben Stift bin ich noch einmal über den  Hintergrund gegangen um alles etwas weicher zu machen und verblende ihn mit dem Pinsel und dem Terpin.

 

tiger7Und nun mein Lieblingsteil: Mit einem feinen Pinsel und weißem Gouache gehe ich noch einmal über das Bild und hole all die Haare nach, die ich bisher weg gelassen habe, wie z:B. Die Haare am Kinn und die Schnurrhaare.
Es gibt mehrere Methoden um bei Buntstiftzeichnungen Schnurrhaare zu malen, aber ich empfinde die als am angenehmsten.

Außerdem betone ich einige der weißen Fellbüschel noch einmal mit dem Gouache um ihnen mehr Tiefe zu geben.
Bei andersfarbigem Fell würde ich natürlich kein weiß empfehlen.

Ich hoffe ihr hattet Spaß bei dem Tutorial und konntet etwas nützliches mitnehmen. 🙂

tiger8